Cro

CRO ist das gelungen, was nur die Wenigsten schaffen: Er ist relevant geblieben. Auch nach vier Alben und nochmal so vielen Singles an der Chartspitze, fünf Gold-, zwölf Platin-Schallplatten und mehr als vier Millionen verkauften Tonträgern, ist er immer noch einer der wenigen Künstler, der die Grenzen seines Schaffen stets aufs Neue auslotet – egal ob als Rapper, Produzent, Songwriter, Designer oder irgendwo dazwischen.

Das hat er immer schon getan. Auch damals, vor neun Jahren, als er dem Deutschrap mit nicht viel mehr als einer MPC und einem gechoppten Vocalsample der souligen Sorte eine lang vermisste Leichtigkeit zurückgab. Auf den Song „Easy“ und das gleichnamige Mixtape folgten im Sommer 2012 schließlich das Debütalbum „Raop“ und zwei Jahre später der nicht weniger erfolgreiche Nachfolger „Melodie“.
Mit seinem dritten Album trat CRO 2017 schließlich einen Schritt zurück. „tru.“ zeigte einen Künstler im wahrsten Sinne des Wortes. Einen, der sich nichts mehr beweisen wollte oder musste und fernab aller Erwartungen in seinem Schaffen aufging. Auf Songs wie „Computiful“ oder „Unendlichkeit“ verband CRO geschickt neue Innovationen und einen erstmals auch nach innen gerichteten Blick mit einem warmen Analog-Sound zwischen Rap, Gesang und multilingualem Mumblen zu einem ganz eigenen Vibe.

Auf die Veröffentlichung von Album Nummer 3 folgte die Gründung seines Labels truworks records und außerdem ein Tapetenwechsel: CRO zog aus dem Süden in die Hauptstadt, richtete sich im Funkhaus Berlin einen bis unter die Decke mit Instrumenten befüllten Kreativspace ein und arbeitete an neuen Songs. Im Alleingang („oneway“ und „Victoria’s Secret“), aber auch mit Majan („1975“), KitschKrieg und Trettmann („10419“), KitschKrieg, Trettmann und AnnenMayKantereit („5 Minuten“) und Jamule („1000 Hits“). Mit jedem Track und jedem Feature demonstrierte CRO einmal mehr seine Sonderstellung in der Szene - und auch darüber hinaus.

Mittlerweile hat CRO nicht nur Berlin, sondern Deutschland, ja, ganz Europa hinter sich gelassen. Er hat sich auf die Suche gemacht und am anderen Ende der Welt in Indonesien ein neues Zuhause und die Zeit gefunden, sich musikalisch noch einmal gänzlich neu auszurichten. In Ruhe, ungestört und mit klarem Kopf herumfrickeln, ausprobieren und den Vibe catchen, Instrumente lernen, daraus analoge Arrangements erschaffen und ganz neue Einflüsse reinholen und zulassen.

Von Woodstock über Acid bis zum Psychedelic Rock und Surf Punk der 70er und wieder zurück. Von den Beach Boys über die Pixies bis zu Tame Impala, MGMT und Empire of the Sun. Herausgekommen ist dabei eine konsequente Fortführung dessen, was sich auf seinem letzten Album „tru.“ bereits angekündigt hat und stellt einmal mehr seinen Status als Ausnahmekünstler in der deutschen Musiklandschaft unter Beweis, der sich fernab aller herrschenden Konventionen bewegt.

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18 Jun 2021 Fr, 19:00

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