Wolfgang Haffner´s Dreamband - Jazznights 2021

Randy Brecker (trumpet)
Nils Landgren (posaune(vocals)
Bill Evans (Saxophones/vocals)
Simon Oslender (hammond B3)
Christopher Dell (vibes)
Wolfgang Haffner (drums)
Thomas Stieger (bass)

»Ich  habe  einen  Traum«heißt  eine  Serie  in  der  Wochenzeitung  Die  Zeit.  Es  ist  ein berühmtes Zitat des afrikanisch-amerikanischen Bürgerrechtlers Dr. Martin Luther King, Jr., das in diesen Artikeln Politiker, Künstler, Sportler und andere Träumer anregt davon zu erzählen, was sie denken und wovon sie träumen. Würde man Wolfgang Haffner nach seinen Träumen befragen, kämen als Antwort fünf Namen –aus all den tausenden, oft weltberühmten  und  sagenumwobenen,  mit  denen  Deutschlands  »bester«(Die  Welt), »coolster«(ARD  ttt)  und  »wichtigster  Drummer  seiner  Generation«(Süddeutsche Zeitung) schon gespielt hat. Ja, man kann ziemlich sicher sein: der 55-jährige würde die fünf  Musiker  nennen,  die  jetzt  seine  Dreamband  ausmachen  mit  der  er  im  November 2021 auf Jazz Nights-Tour geht.

Eigentlich  ist  Wolfgang  Haffner  kein  Frontmann.  Er  findet  es  »herrlich«,  wie  er  erst kürzlich in einem Interview sagte, im Hintergrund die Strippen zu ziehen. Denn: »Eine Band, die gut klingt, hat immer einen guten Schlagzeuger«Die über 400 Alben auf denen er in dieser Funktion zu hören ist, geben ihm Recht. Dass seine Karriere mit 18 begann, als  ihn  Albert  Mangelsdorff  in  seine  Band  holte,  dass  ihn  einige  Jahre  später  Klaus Doldinger zu Passport holte, wo er elf Jahre lang mehr als nur den Takt angab, spricht Bände.  Mit  so  unterschiedlichen  Stars  wie  Chaka  Khan  oder  Nightmares  On  Wax,  Al Jarreau oder Die Fantastischen Vier, Michael Wollny oder Pat Metheny, Jan Garbarek, Hildegard  Knef  und  vielen,  vielen  mehr  war  Wolfgang  Haffner  im  Studio  oder  live unterwegs.  Letzteres  quer  durch  Europa,  von  Südafrika  über  die  USA  bis  Brasilien, insgesamt in einhundert Ländern. Sechzehn Soloalben hat der ECHO-Preisträger während seiner bald vierzig Jahre andauernden Karriere veröffentlicht. Sie landeten immer weit oben in den Jazzcharts undoft sogar in den Popcharts.     

Mit Wolfgang Haffners Dreamband schlägt der Musiker jetzt ein neues Kapitel auf. Aus den USA, aus Schweden und Deutschland kommen im November 2021 die Musiker für diese Jazz Nights zusammen. Sie alle sind Virtuosen ihresinstrumentalen Fachs, Leader eigener Bands, erfahrene Jazz-Koriphäen, so unterschiedlich wie perfekt passend, auch wenn  der  Altersunterschied  auch  mal  über  fünfzig  Jahre  reicht.  Und  sie  sind  gute Bekannte,  ja,  Freunde  von  Wolfgang  Haffner.  Ganz  oben  auf  der  Liste  steht  der Trompeter  Randy  Brecker,  mit  dessen  super-tighther  Fusion-Formation  mit  Bruder Michael  namens  Brecker  Brothers  der  Drummer  auch  schon  live  gespielt  hat.  Der inzwischen 75-jährige ist mehrfacher Grammy-Gewinner und ein lebendiges Beispielfür die integrative Energie des Jazz –er war Gründungsmitglied von Blood, Sweat & Tears und spielte  in  den  Gruppen  von  Jazz-Helden  wie  Art  Blakey,  Horace  Silver  oder  Charlie Mingus,  aber  auch  mit  Stevie  Wonder,  Bruce  Springsteen,  Frank  Zappa  oder  Jaco Pastorius. All das und mehr lebt und atmet Randy Brecker in jeder gestochen scharfen Note  seines  Trompeten-Spiels.  Der  zweite  Brass-Bolide  in  dieser  Traumband  ist  kein geringerer  als  »The  Man  With  The  Red  Horn«,  sprich:  der  schwedische  Posaunist  und Sänger Nils Landgren. Der vielfach preisgekrönte Leiter der Nils Landgren Funk Unit ist einer  der  erfolgreichsten  europäischen  Jazzmusiker,  von  Stationen  bei  ABBA  über Auftritte  mit  Herbie  Hancock  oder  The  Crusaders  bis  zu  umjubelten eigenen Projekten, auch mit Kollegen wie Joe Sample oder Till Brönner. Dass Landgren erste musikalische Gehversuche am Schlagzeug machte und  für  Haffners  Album ›Shapes‹vor  gut  15  Jahren  sogar  als  Co-Produzent verantwortlich zeichnete, dürfte der gemeinsamen Sache auch förderlich sein. Diese  Musiker  verstehen  sich,  auch  abseits  der  Bühne,  was  ihrem  innigen,  intuitiven Zusammenspiel  zudem  Intimität  verleiht.  Der  dritte  Mann  in  der  Horn-Section  ist ebenfalls  ein  guter  und  langjähriger  Kollege:  der  amerikanische  Saxofonist  Bill  Evans, nichtzu verwechseln mit dem gleichnamigen Pianisten. Früh gefördert von Miles Davis –der  Ritterschlag  schlechthin  im  Jazz –hat  sich  Evans  einen  hervorragenden  Ruf  als kraftvoller Melodiker im modernen Fusion-Olymp erspielt. Auf seinen mehr als zwanzig Alben als  Leader  ist  übrigens  immer  wieder  auch  Randy  Brecker  zu  hören.  Und  zu  Bill Evans  seit  2018  bestehender  Band  Spykillers  gehören  auch  Wolfgang  Haffner  und  der Junior dieser Traumband, der Keyboarder Simon Oslender. Der 22-jährige Aachener, der ebenfalls ursprünglich Schlagzeugunterricht bekam, spielt seit seinem fünften Lebensjahr Hammond Orgel, inzwischen auch alle erdenklichen Keyboards und Piano, und hat 2020 nicht nur sein Debütalbum als Leader veröffentlicht, sondern ist auch auf dem im selben Jahr erschienenen Album ›Kind of Tango‹von Wolfgang Haffner zu hören. In dessen Band er  seit  mindestens  zwei  Jahren  fest  engagiert  ist.  Last  but  not  least  komplettiert  der »führende   Vibrafonist   seiner   Generation«,   so   dasReclam   Jazz   Lexikon,   diese Traumbesetzung. Dass Christopher Dell neben seiner Erfahrungen mit der NDR Bigband, mit internationalen Ikonen wie Benny Golson, Kenny Wheeler oder Lee Konitz auch als »Professor  für  Urbane  Wissensformen  und  Organisationstheorie«lehrt,  könnte  dafür sorgen, dass der 55-jährige an seinem Schlaginstrument ebenfalls die eine oder andere Strippe zieht.

Man kommt ins Träumen, wenn man sich nur vorstellt, was diese fünf Musiker in den zwei  Wochen  ihrer  republikumspannenden  JazzNights Tour  auf  die  Bühne  bringen werden. Die Fans eines jeden einzelnen Bandmitglieds werden neue Seiten an ihren Stars entdecken und gemeinsam mit ihnen eine Art Jam-Session 2.0 feiern, bei der das Ganze, diese  Bandbreite  von  Cool-Jazz  über  Soul-Grooves  und  Funk  bis  zu  Haffners ›Kind  of Tango‹, mehr ergibt als die Summe seiner Teile. Keine Frage: Es wird ein Ereignis, nicht nur  für  Wolfgang  Haffner,  den  Leader  dieser  hochkarätigen  Dreamband,  sondern  vor allem für das Publikum, dem der Superdrummer und seine fünfMitmusiker im Verlauf dieser JazzNights reichlich Stoff zum faszinierten Fantasieren liefern werden.  Wach ich oder träum ich? Beides, völlig klar.


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09 Nov 2021 Di, 20:00

Wolfgang Haffner´s Dreamband - Jazznights 2021

Berlin Admiralspalast